Globalisierung und Produktionsplanung

Kreative Lösungen gefragt

Um am Markt bestehen zu können, muss ein Unternehmen in der Lage sein, Gewinne zu erzielen  Das Folgende beschreibt anhand von Beispielen aus der Wirtschaft die Interdependenzen der vier Säulen von Beschaffung, Produktion, Absatz und Finanzen. Für den Erfolg eines Unternehmens ist es maßgeblich, diese vier Säulen untereinander in Betracht zu ziehen.

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Die Interdependenz zwischen Produktion und Absatz

In den meisten Fällen wird die Entwicklung und Produktion eines Produktes danach ausgerichtet werden, wie hoch die Nachfrage an das entsprechende Produkt ist. Hierzu kann die Absatzplanung zunächst nur grob gemacht werden, und Statistiken sind dabei auch nicht immer sehr zuverlässig, da sie auch Pseudozusammenhänge beinhalten können. Jedoch gibt auch umgekehrt Unternehmer, welche die Fähigkeit besitzen, die Nachfrage an ein Produkt zu erzeugen. Als Beispiel lässt sich Apple mit der Einführung des innovativen Smartphones IPhones aufzeigen, was als Push-Innovation beschrieben wird . Als Ingenieur
innerhalb der Produktenwicklung ist es also wichtig, dass sich dieser die Bedarfe der Menschen ansieht, und danach das Produkt auslegt, oder er in der Lage ist, künstlich, diesen Bedarf zu erzeugen.


Der Zusammenhang zwischen Produktion und Beschaffung

Das aktuelle Beispiel des möglich bevorstehenden Austritts des vereinten Königreiches England aus der Europäischen Union, welches als Brexit bezeichnet wird, birgt die Gefahr, dass Produktionen erschwert werden. Heutzutage sind Unternehmen international miteinander verknüpft. Die Produktion eines Bauteils setzt sich aus Unterkomponenten zusammen, welche teilweise von anderen Unternehmen hergestellt werden, die dann in diesem Fall als Zulieferer bezeichnet werden. Zulieferer können sich auf der ganzen Welt verteilen, als Beispiel verweise ich hier auf das IPhone, welches insgesamt drei Mal um den Globus reist bis es den Nutzer oder Kunden erreicht. Im Falle, dass eine Firme keine großen Lager besitzt, oder dass die Entwicklung und Produktion noch nicht fertig ist, werden Zulieferkomponenten erst kurz vor der Integration in die nächst höhere Baugruppe angeliefert, welches auch als just-in-time Produktion bezeichnet wird .

Im genannten Beispiel des Brexits kann das dazu führen, dass Zoll-Prozesse die Auslieferung erschweren, und Teile nicht rechtzeitig für die geplante Produktion geliefert werden können. Je nach Unternehmen, kann das zu erhöhten Produktionsausfällen führen, und damit auch ein Abstieg der Gewinne, im Beispiel der Autoproduktion.
Ein weiteres Beispiel ist der Ausbruch des isländischen Vulkans im Jahr 2010, der dazu führte, dass Weltweit für mehrere Tage aufgrund des Staubes und Sicherheitsvorkehrungen ein Flugverbot in der nördlichen Hemisphäre ausgesprochen wurde. Aus Agentien stammendes Leder für die Sitzherstellung deutscher Automobilversteller wurde für die Auslieferung an nach Spanien umgeleitet, und musste anschließend mithilfe von LKWs weiter nach Deutschland gebracht werden.

In beiden Fällen müssen kreative logistische Lösungen gefunden werden, die weit über das reine Ingenieursdenken hinausgehen. Hierzu bedarf es an einem Netzwerk, das im Falle von Störungen Handlungsoptionen schafft. Handlungstrategien können aber auch schon bevor unerwartete Störungen eintreten grob vorausgeplant werden. Beispielsweise können im Zuge eines sogenannten Zuliefereraudits Szenarien durchgespielt werden, die es erlauben, schnell auf die Situation zu reagieren. Dazu gehört beispielsweise auch der unerwartete Ausfall einer Maschine in der Produktionskette. Checklisten können hierbei helfen, zusammen mit dem Subunternehmen Lösungen zu finden; gibt es möglicherweise andere Subunternehmen, die das gleiche Bauteil liefern können? Wie resillient eine Produktion ist, hängt hierbei von der Stärke des Netzwerkes ab. Heutzutage sind beispielsweise auch große Unternehmen auch mit einem Hubschrauberlandeplatz ausgestattet, um Verzögerungen in der Lieferkette zu umgehen.

Inwiefern ein Unternehmen die Macht hat, logistische Lösungen herbeizurufen, hängt von seiner Marktstellung ab. Ein Zulieferer zeigt bei Airbus möglicherweise weniger spontanen Handlungsfreiraum als bei der Firma Siemens, da Siemens durch Abnahme größerer Mengen viel mehr Macht auf den entsprechenden Lieferer hat. Auch sollte bedacht werden, ob ein Zulieferer vielleicht Marktführer ist, bevor dieser innerhalb von Produktionsproblemen zu seinem unternehmerischen Nachteil behandelt wird, wenn dieser ein Alleinstellungsmerkmal hat, und Alternativen somit ausgeschlossen sind.

Es sind aber nicht nur Störungen, die im Rahmen der Beschaffung berücksichtigt werden müssen. Bei der Planung der Produktion gilt es auch, insgesamt Lieferzeiten zu beachten. Flügel für Windparks hatten beispielsweise eine Lieferzeit von 18 Monaten. In der Elektronik- und Militärbranche gibt es sogenannte Long-Lead-Items, welche weit über zwei Jahre an Vorlaufzeit benötigen.

Quellen: 
1) „Das Marketingkonzept im St.Galler Management Modell.“ (Thomas Bieger: Haupt Verlag. 2013, S. 175)
2) ProLogistik, Was bedeutet Just-in-Time?, 22.10.2019, https://www.prologistik.com/logistik- lexikon/just-in-time/

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